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First Responder Auftrag, Idee, Gründung

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Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren Küsnacht und Zumikon sowie in enger Zusammenarbeit mit Schutz & Rettung Zürich hat Niklaus Fritsch ein Sofort-Hilfe-Konzept für die Gemeinden Küsnacht & Zumikon erarbeitet.

Ein plötzlicher Kreislaufstillstand ist wohl der fatalste medizinische Notfall. Kann die normale Herzfunktion nicht innerhalb kurzer Zeit wiederhergestellt oder durch notfallmedizinische Massnahmen überbrückt werden, beginnen die Zellen des Hirns wegen mangelnder Sauerstoffversorgung bereits nach 3 bis 4 Minuten abzusterben. Relativ einfache Massnahmen wie das Freilegen der Atemwege, die Beatmung und Kompressionen des Brustkorbs können in einer solchen Situation dem Notfallpatienten bessere Chancen auf ein überleben geben. Oftmals fehlen jedoch Ersthelfer, die diese Massnahmen effektiv bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vornehmen können.

 

Ein Team aus Feuerwehren

Aktuelle Strategien, um die überlebenschancen von Reanimationspatienten zu verbessern, sind Schulung der Bevölkerung in lebensrettenden Sofortmassnahmen, Reanimationsanleitungen der Helfer vor Ort durch die Disponenten der Sanitätsnotrufzentralen oder eben auch die Bildung von "First Responder"-Teams. Solche Teams bestehen schon in einigen Teilen der Schweiz, im Kanton Zürich in Affoltern, Dübendorf, Meilen, Mettmenstetten und Zürich. Meistens sind es die Feuerwehren, die Mittel und Personal für solche Einsätze zur Verfügung stellen. Nicht zufällig, denn um die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen im Einsatz und die Erstversorgung von Verletzten gewährleisten zu können, verfügen die Feuerwehren über Personal mit grundlegender Sanitätsausbildung und Sanitätsfahrzeuge mit Ausrüstung für lebensrettende Sofortmassnahmen inklusive Defibrillatoren (angewandt z.B. bei Kreislaufstillstand). Da fast jede Gemeinde im Kanton über einen eigenen Feuerwehrstützpunkt verfügt, können die Feuerwehren sehr schnell vor Ort sein.

 

Rasch vor Ort

In Küsnacht und Zumikon ist für die rettungsmedizinische Versorgung Schutz & Rettung Zürich zuständig. Diese Organisation verfügt über bestens ausgebildetes Personal, modernste Fahrzeuge und Geräte. In Notfallsituationen ist ein Rettungswagen aus Zürich meistens innerhalb von rund 10 Minuten vor Ort. Je nach Verfügbarkeit und Verkehrsaufkommen kann diese Zeit jedoch auch länger sein. Gerade in solchen Situationen macht der Einsatz eines "First Responders" Sinn.

 

Lebensrettende Massnahmen

Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren Küsnacht und Zumikon sowie in enger Zusammenarbeit mit Schutz & Rettung Zürich erarbeitete Niklaus Fritsch ein Konzept für die Gemeinden Küsnacht & Zumikon. Sie gelangten an Arnold Reithaar und Gaston Guex, Sicherheitsvorstände der Gemeinden Küsnacht und Zumikon, die das Konzept voll unterstützten. Die finanziellen Aufwendungen für die Umsetzung waren gering. Fahrzeuge und Ausrüstungen sind vorhanden. Zehn Angehörige der Feuerwehren Küsnacht & Zumikon, die sich freiwillig für die Mitarbeit in diesem System zur Verfügung stellen, wurden zusätzlich für diese Aufgabe geschult. Neben Fritsch sind weitere drei Angehörige dieser Gruppe aktive Rettungssanitäter aus den Rettungsdiensten Zürich und Wetzikon mit aktuellem notfallmedizinischem Know-how. So konnte die Ausbildung kompetent und kostenlos durchgeführt werden. Weiterbildung und Nachwuchsfürderung werden mit den Feuerwehr-Sanitätsgruppen angeboten.

 

Parallel zum Rettungswagen

Wieso wurde der gemeindeeigene Krankenwagendienst abgeschafft? Um einen hohen Kostendeckungsgrad zu erreichen, sind die Rettungsdienste auf möglichst viele Einsätze und optimale Auslastung ihres Personals angewiesen. Dies wäre für ein Einsatzgebiet mit lediglich drei Gemeinden kaum möglich. Zusammen mit Schutz & Rettung Zürich (SRZ) wurden für die Gemeinden Küsnacht und Zumikon die Indikationen für First-Responder-Einsätze festgelegt. Dies sind beispielsweise plötzliche Bewusstlosigkeit, schwere Atemstörung und Kreislaufstillstand. Die First-Responder-Einheit wird also nur bei schwerwiegenden Störungen der lebenswichtigen Funktionen und jeweils ausschliesslich parallel zum Rettungswagen durch die Einsatzleitzentrale von SRZ alarmiert. Die Alarmierung erfolgt über die bestehenden Feuerwehr-Funkmeldeempfänger. Die First Responder hoffen natürlich auf möglichst wenige Einsätze für die Küsnachter und Zumiker Bevölkerung. Andererseits hoffen sie, dass sie mit ihren Möglichkeiten etwas zu einem besseren Ausgang in welcher Notfallsituation auch immer beitragen zu können.

 

Im Notfall Nummer 144

144 ist übrigens die gesamtschweizerische Telefonnummer des Sanitätsnotrufs, die leider in der Bevölkerung noch immer zu wenig bekannt ist und über die im Falle einer schweren Erkrankung oder Verletzung der Rettungsdienst alarmiert wird.

 

Niklaus Fritsch